Erstellt am: 12.03.2009
Letzte Aktualisierung: 12.03.2009
Autor: Sebastian Fischer
Kategorie: Test
Inhalt dieses Artikels:
Samsung NC10 (schwarz)
Allgemeines
Netbooks gibt es inzwischen viele, da einige Anwender die Vorteile eines kleinen, mobilen Notebooks immer mehr schätzen und der kleine Preis diese auch sehr Attraktiv machen. Allerdings haben viele Netbooks auch Nachteile, wie zum Beispiel einen kleinen Bildschirm, schlechte Tastatur oder einen zu kleinen Akku, der nicht lange hält.
Das sind auch schon ein paar der Dinge, die Samsung mit dem NC10 nicht falsch gemacht hat. Deswegen ist es eines der beliebtesten Netbooks, die zur Zeit auf dem Markt sind. In diesem Artikel werden alle Vor- und natürlich auch Nachteile des kleinen Notebooks gezeigt.
Beim hier getesteten Gerät handelt es sich um die schwarze Variante des NC10, ohne Bluetooth. Der Test ist natürlich auch für die weiße Variante gültig, welche die gleiche Ausstattung, aber lediglich ein anderes Design besitzt.
Technische Daten
Zuerst einmal die Technischen Daten des NC10 im Überblick:
- Bezeichnung: Samsung NC10 (anyNET N270B)
- Chipsatz: Intel 945GSE + ICH7M
- Prozessor: Intel Atom N270 (1,6 GHz,533 MHz FSB, 512 Kbyte Cache)
- Grafik: Intel GMA 950 (max. 384 MB DVMT, shared Memory)
- Arbeitsspeicher: 1024 MB DDR2 SODIMM (PC2-5300, 667 MHz, max. 1024 MB)
- Bildschirm: LCD 10,2" WSVGA (Auflösung: 1024 x 600 Pixel (15:9) , 117 dpi, matt, 22,3 cm x 13 cm)
- Maximale Auflösung externer Monitor: 2048 x 1536 Pixel True Color
- Bildschirmhelligkeit: 20-215 cd/m² (8 Abstufungen)
- Festplatte: Fujitsu MHZ2160BH (2,5" SATA, 160 GB, 5400 U/min, 8 MByte)
- LAN: Marvell Yukon 88E8040 (PCIe, 100 MBit)
- WLAN: Atheros AR5007EG (PCIe, a/b/g)
- Audio: Intel HD Audio Codec, REALTEK ALC272-GR, 2 Stereo-Lautsprecher je 1 Watt pro Kanal, integriertes Mikrofon
- Webcam: max. Auflösung 1,3 MPixel (SXGA)
- Kartenleser: SD, SDHC, MMC
- Betriebssystem: Microsoft Windows XP Home Edition ULCPC (SP3, 32 Bit)
- Lieferumfang: Netzteil, Tasche, Windows XP CD, Samsung NC10 System Software Media DVD, Anleitungen
- UVP: 449,00 Euro (12.03.2009)
- Straßenpreis: ca. 400,00 Euro (12.03.2009)
- Abmessung: 26,1 cm x 18,5 cm x 3,8cm (b x l x h)
- Gewicht: 1,34 kg (mit Akku; ohne Akku: 1,02 kg)
- Tastengröße: 17,5 mm x 17,5 mm (2,2 mm hoch)
- Akku: Lithium-Ionen 5200 mAh (6 Zellen, 322 g)
- Laufzeit: ca. 7,5 h (mehr dazu unter Akku)
- Netzteil: 40 W (295 g)
- Abmessung Netzteil: 9,6 cm x 4,2 cm x 3,0 cm (b x l x h)
- Anschlüsse: VGA, 3 x USB, LAN, Kopfhörer, Mikrofon
Design
Das Auffälligste am Samsung NC10 ist das ansprechende Design, welches besonders bei der schwarzen Variante sehr gut zur Geltung kommt. Der Unterschied zwischen dem schwarzen und weißen Netbook besteht aber nicht nur aus der Farbe. Beim Dunklen, welches von Samsung als Diamantschwarz bezeichnet wird, ist der Deckel lackiert. Dies verschönert zwar den NC10, aber auf der lackierten Fläche sieht man leider auch jeden Fingerabdruck, daher ist es fast immer "dreckig". Für ein Gerät, welches man ständig mit sich trägt, ist das leider nicht die optimale Wahl.
Eine Besonderheit ist, dass sich der Ein- und Ausschalter auf der rechten Seite befindet. Dieser ist bei eingeschaltetem Gerät blau beleuchtet. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, lässt sich schwer beurteilen, da es Geschmackssache ist. Die Gefahr, dass man zufällig auf den Ausschalt-Knopf kommt ist zwar durch die Lage außen am Gehäuse größer, aber in der Praxis eigentlich fast nicht vorhanden. Bei zugeklappten Deckel funktioniert der Knopf natürlich nicht.
Seitlich, oben am Rand (aufgeklappt) sind kleine blaue Symbole aufgedruckt (siehe Bilder), welche zeigen, an welcher Stelle sich die Anschlüsse (z.B. USB) befinden. Diese können sowohl nerven, als auch praktisch sein, da man den Kopf beim einstecken eines Steckers nicht neigen muss, um den passenden Port zu finden. Durch die Farbe sind sie zwar nicht sehr auffällig, wirken aber etwas komisch.
Ansonsten ist das Aussehen des Winzlings sehr gut gelungen und daher ein schönes Gerät, welches man gerne herumzeigt.
Tastatur / Touchpad
Ein weiterer Pluspunkt ist die große Tastatur, welche bis auf einen kleinen Rand die ganze Gehäusebreite nutzt. Damit hat Samsung erreicht, dass die Tasten möglichst groß sind und mit einem 17,5 mm Raster fast an die Größe herkömmlicher Notebooktastaturen herankommt.
Die Tastatur ist aber nicht nur wegen der Größe eine der besten von Netbooks, sondern auch, weil sie einen sehr guten Druckpunkt hat. Daher ist das Keyboard für Vielschreiber sehr gut geeignet und motiviert dazu die Maus oder das etwas zu kleine Touchpad stehen zu lassen.
Wie gerade angesprochen ist das Touchpad etwas zu klein geraten, lässt sich aber dennoch präzise steuern, solange man nicht aus Versehen vergisst, dass das Touchpad schon zu Ende ist. Designmäßig passt es gut ins Netbook und auch die beiden Tasten für den Links- und Rechtsklick passen dazu. Diese haben auch einen guten Druckpunkt und wirken nicht billig.
Bildschirm
Der Bildschirm nutzt genauso wie die Tastatur die Breite des NC10 gut aus und misst mit seinen 10,2" 22,3 cm x 13 cm. Die Auflösung liegt bei den für 10" Netbooks üblichen 1024 x 600 Pixeln.
Durch die geringe vertikale Auflösung werden manchmal Fenster abgeschnitten, wobei das immer seltener Auftritt, durch speziell für Netbook angepasste Programme und Betriebssysteme. Es ist dadurch trotzdem noch oft nötig zu scrollen, was besonders bei Webseiten auffällt. Durch die Benutzung des Browsers im Vollbildmodus ist es allerdings um einiges besser als bei Netbooks mit kleineren Bildschirmen.
Die Qualität des Bildes - bezogen auf die Auflösung - ist gut und dank der matten Oberfläche spiegelt das Display nur bei sehr hellen Lichtquellen. Die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms lässt sich in 8 Abstufungen relativ gut regeln, wobei die dunkelste Einstellung zwar Strom spart aber etwas zu gering ausfällt. In der Praxis ist die zweite Stufe fast immer ausreichend.
Zuletzt ist es noch notwendig zu erwähnen, dass sich der Bildschirm nicht komplett nach hinten klappen lässt, sondern maximal bis ca. 135 Grad. Dies ist durch Befestigung hinten am Gehäuse bedingt, welche auch den Display "nach unten Rutschen lässt" (siehe Bild). Der maximale Winkel stört in der Regel nicht und der tiefer sitzende Bildschirm ist Geschmackssache.
Gehäuse
Neben dem Design ist beim Gehäuse natürlich auch die Funktionalität wichtig. Sieben Signalleuchten zeigen unter anderem, ob das Netbook an ist, auf die Festplatte zugegriffen wird oder ob das WLAN aktiv ist.
Das Gehäuse selbst misst 26,1 cm x 18,5 cm x 3,8cm, wobei die Höhe auf die höchste Stelle bezogen ist. Denn der NC10 wird durch den großen Akku nach hinten hin höher, was aber nicht stört. Ein großer Nachteil an Samsungs Netbook ist allerdings, dass es ohne Akku schlecht steht und dann etwas wackelt.
Um Komponenten auszutauschen, muss man fast immer den kompletten Boden abnehmen. Einzig für den Arbeitsspeicher ist eine eigene Klappe vorhanden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Gehäuse nicht billig wirkt, der Bildschirm sich aber etwas zu leicht auf- bzw. zuklappen lässt und somit bei zu starken Erschütterungen leicht zuklappt.
Zubehör
Das Netzgerät ist gut für den Transport geeignet, denn es misst nur 9,6 cm x 4,2 cm x 3,0 cm. Das ist nicht sehr groß und damit genau das richtige für ein Netbook.
Die mitgelieferte Tasche ist gerade so groß, dass der NC10 hinein passt und damit für die meisten sinnlos. Außerdem ist sie zu dünn und bietet daher auch nur vor Kratzern Schutz.
Prozessor
In Samsungs NC10 ist wie in vielen Netbooks der Intel Atom N270 verbaut, welcher mit 1,6 GHz getaktet ist. Per Software lässt sich die Taktrate unter Windows auf 800 MHz halbieren oder automatisch hoch und runter takten (mehr dazu unter Software). Der Prozessor reicht sogar mit einer Taktung von 800 MHz aus um bequem im Internet zu surfen. Auch für die meisten Aufgaben mit zum Beispiel Excel oder Word reicht die halbe Taktfrequenz. Die maximale Taktung mit 1,6 GHz benötigt man nur bei größeren Videos oder bei Spielen.
Da man mit einem Netbook keine rechenaufwendigen Aufgaben macht, reicht der Intel Atom N270 vollkommen aus. Nur für Spiele ist der Prozessor noch wichtig. Dazu ist aber die Grafikkarte entscheidend, deshalb ist unter Grafik die Spieltauglichkeit des NC10 erläutert.
Grafik
Für die Grafik kommt der Intel GMA 950 Chip zum Einsatz. Er ist gut genug für Büroarbeiten, Videos und sogar für manche älteren Spiele. Die Videowiedergabe klappt immer ohne Probleme, da die Auflösung eh durch den Bildschirm beschränkt ist.
Für Spiele ist die Grafik nur geeignet, wenn man zu älteren Titeln greift, zum Beispiel Counter Strike 1.6. Weitere Spiele, die als erfolgreich getestet wurden sind: Age of Empires 1, Gefeuert, Roller Coaster Tycoon, Airline Tycoon Evolution und Tony Hawk's Pro Skater 1-4. Zu alte Spiele, wie Lost Vikings 2 oder ähnliches lassen sich auch ganz einfach mit DOSBox spielen.
Also lässt sich sagen, dass die Grafik für ein Netbook ausreichend und sogar für einige ältere Spiele geeignet ist.
Akku
Der Akku hat mit 6 Zellen und 5200 mAh eine große Kapazität und hält laut Hersteller ungefähr 7,5 Stunden. Um den auch in der Abmessung großen Akku im Netbook unterzubringen hat er von Samsung einen Wulst bekommen, welcher unter dem Netbook ist und daher das Gerät etwas aufbockt. Der Nachteil daran ist, dass sich auch die Standfüße am Akku befinden und damit das Netbook ohne Akku etwas wackelig steht.
Die Angaben zur Laufzeit stimmen sehr gut, solange man den Prozessor nicht sehr belastet und die Bildschirmhelligkeit reduziert. Beim Arbeiten mit dem NC10 kann man daher immer mit einer Laufzeit von mindestens 6 Stunden rechnen. Etwas weniger wird es, wenn man die Bildschirmhelligkeit zu hoch hat, das WLAN benutzt oder oft auf die Festplatte zugreift.
Voll geladen ist der leere Akku nach ca. 2,6 Stunden, was angesichts der Laufzeit sehr schnell ist. Bei einer Aufladung von einer Stunde hält der Akku dann ca. 3 Stunden bei geringer Prozessorlast.
Damit ist der Akku ein klarer Pluspunkt des Samsung NC10, der mit seinen 322 g nicht ganz ein Viertel des Gewichtes vom Netbook ausmacht.
Sonstige Hardware
Ein weiterer Komponent im NC10 ist der 1024 MB große DDR2 Arbeitsspeicher. Dies ist ausreichend, da laut Handbuch auch nur maximal 1024 MB verwendet werden kann.
Die Festplatte ist das nächste wichtige Augenmerk eins Netbooks. Samsung hat sich für die Fujitsu MHZ2160BH mit 160 GB Kapazität entschieden. Hörbar ist diese fast nicht, was unter anderem an der maximalen Geschwindigkeit von 5400 U/min liegt.
Die Lautstärke des NC10 ist auch sonst nicht sehr hoch, denn die Lüfter drehen immer gleich schnell, egal ob der Prozessor ausgelastet wird oder nicht. Daher Lärmt das Netbook nicht und ist nur in einer ruhigen Umgebung hörbar.
Mit der 1,3 MegaPixel Webcam ist es möglich Videos und Bilder aufzunehmen, bzw. über zum Beispiel Skype mit Bild zu telefonieren. Dafür ist die Auflösung ausreichend, wie bei den meisten Netbooks.
Am Ende der Hardwareübersicht merkt man, dass der NC10 fast alles besitzt, was man von einem Netbook erwartet, denn die neueren Geräte mit der Bezeichnung N270BBT haben anders als der hier getestete N270B auch Bluetooth mit an Bord und kosten auch nicht mehr.
Software
Zum Abschluss noch ein paar Worte über die Software, welche beim NC10 mit im Lieferumfang bzw. bereits installiert ist.
Bei der ersten Inbetriebnahme muss man zunächst wählen, wie viel Platz man von der Festplatte als Sicherung verwenden will. Als Standard ist die halbe Platte eingestellt, so dass man alle Daten immer doppelt hat. Wenn die Festplatte aber einen Defekt hat, bringt das auch nicht mehr viel.
Weiterhin ist neben dem Backup auch noch Software für die Steuerung der Fn-Sondertasten dabei (für die Regulierung der Hintergrundbeleuchtung, Sound und WLAN). Weiterhin kann man mit dem Samsung Battery Manager zwischen Normalen Modus, maximaler Leistung und dem Batteriesparmodus hin und her schalten. Diese kann man leider nicht anpassen und muss sie so hinnehmen wie Samsung das haben will. Es gibt zwar einen Angepassten Modus, den man nach belieben verändern kann, aber wenn man die Taktrate ändern will, dann muss man jedes mal den Battery Manager erneut aufrufen.
Die drei Modi unterscheiden sich in der Helligkeitsstufe der Hintergrundbeleuchtung des LCD-Bildschirms, dem automatischem Abblenden (nach einer bestimmten Zeit ohne Aktion wird der Bildschirm abgedunkelt), den Energieschemen von Windows und der CPU-Leistung. Bei der Option "Max. Gebrauchsdauer des Akkus" ist der Takt des Prozessors auf "Min" gesetzt, was 800 MHz entspricht. Bei Normal auf Automatisch (je nach Auslastung wird hoch oder runter getaktet) und bei der maximalen Leistung taktet der Prozessor immer auf 1,6 GHz.
Neben dem Battery Manager gibt es aber auch noch Software für die Webcam, zum Updaten, den Easy Display Manager und noch ein paar mehr, welche aber nicht so oft genutzt werden.
Der Easy Display Manager ist sinnvoll, wenn man zwei Bildschirme benutzen will. Man schließt einfach den zweiten Bildschirm an den NC10 an und drückt Fn und F4, schon kann man bequem wählen, ob man beide Bildschirme zur Anzeigen haben will oder nur einen. Wenn man beide haben will, dann kann der Bildschirm wahlweise geklont oder erweitert werden.
Am Battery Manager besteht noch etwas Verbesserungsbedarf, aber sonst ist die Software von Samsung einfach zu bedienen und auch sehr hilfreich.
Fazit
Am Ende lässt sich sagen, dass Samsungs NC10 ein gelungenes Netbook ist, welches viele Stärken, aber auch ein paar Schwächen aufzeigt.
Die wichtigsten Negativen Aspekte sind das etwas zu kleine, aber dennoch gute Touchpad, das zu leicht zu klappende Display und der schlechte Stand des Netbooks ohne Akku.
Dem stehen aber viele positive Seiten gegenüber, wie zum Beispiel die relativ große und sehr gute Tastatur, der lang haltende Akku, das tolle Design, eine passende Hardware und natürlich der Preis.
Darum ist das NC10 eines der besten 10 Zoll Netbooks, die zur Zeit am Markt sind. Wegen dem kleinen Gewicht und der nicht zu großen Abmessung kann man es fast überall mit hin nehmen und ist für jeden geeignet, der für wenig Geld ein mobiles Gerät haben will.