Erstellt am: 06.09.2008
Letzte Aktualisierung: 06.09.2008
Autor: Christian Müller
Kategorie: Test
Inhalt dieses Artikels:
Asus Eee-PC 701 4G
Allgemeines
Vieles bewegt sich in der IT weg vom Schreibtisch. Mobile Geräte werden immer beliebter - die Absatzzahlen steigen. Das hatte bis jetzt jedoch auch immer seinen Preis. Kleine, kompakte und vor allem leichte Subnotebooks waren nur in gehobenen Preisregionen zu finden. Als erster Hersteller erkannte Asus das Zeichen der Zeit billige, kleine Notebooks - die sogenannten Netbooks - einzuführen.
Bei dem ersten Ableger dieser neuen Produktfamilie handelt es sich um den Eee-PC (Eee steht für "Easy to Learn, Easy to Work, Easy to Play") 701, der [Update August 2008] nach dem günstigen Einführungspreis von 299€ mittlerweile schon für knapp 200€ verfügbar ist. Als Primärgerät ungeeignet, richtet sich der Eee-PC eher an Anwender, die nach einem günstigen Zwei- oder Drittgerät suchen. Gemäß der Bezeichnung "Netbook" dient das Gerät vor allem dem mobilen Zugang zum Internet und Büroanwendungen.
Hardware
Um den geringen Preis zu ermöglichen wurde vor allem kostengünstige Hardware für den Zwerg-PC ausgewählt.
Als Herz des Netbooks dient ein Celeron-M ULV 353 von Intel der von 900 MHz auf 630 MHz untertaktet wird, was der Wärmeentwicklung und der Akkulaufzeit zu Gute kommt. Diesem zur Seite stehen 512 MByte DDR2-667-SO (PC2-5300) Arbeitsspeicher zur Seite. Die Koordination übernimmt Intels Chipsatz 915 GML, der sich mit der integrierten Grafiklösung GMA 900 auch um die Bildausgabe kümmert.
Eine ebenfalls integrierte HD-Audio Soundkarte kümmert sich um den Sound, der entweder durch die beiden Stereolautsprecher, die links und rechts neben dem Display platziert sind oder durch den Audioausgang auf der linken Seite des Geräts ausgegeben wird. Ein Mikrofoneingang ist ebenso an Bord.
Die Größe des kleinen Bildschirms, der mit 800x480 Pixeln auflöst, beträgt 7" (17.8 cm). Für Officearbeit ist das gerade noch ausreichend, im Internet lässt sich lästiges Scrollen auf vielen Webseiten nicht vermeiden. Verwendet man Windows XP auf dem Eee-PC so passen teils nicht mal Dialogfenster des Betriebssystems ganz auf den Bildschirm (mehr dazu im Unterpunkt Software).
Neben dem kleinen Display größtes Manko des Winzlings: Die Speicherkapazität der Solid State Disk (Festplatte, die wie Flashspeicher aufgebaut ist) beträgt lediglich 4 GB (Versionen mit 2 GB und 8 GB nicht in Deutschland erschienen). Wer mehr braucht, kann den Speicherplatz entweder über den integrierten SD/MMC Cardreader erweitert oder über einen der drei USB 2.0 Anschlüsse externe Geräte wie USB-Sticks und USB-Festplatten anstecken, was die Mobilität des Geräts jedoch mehr oder weniger einschränkt. Vorteil der SSD: Der Eee-PC ist robuster und kleine Erschütterungen machen ihm wenig aus - gut wenn man viel in Bewegung ist.
Für die Interaktion stehen eine vollwerte Tastatur (allerdings mit verkleinerten Notebook-Tasten) und ein Touchpad zur Verfügung. Vielschreiber, die vor allem das 10-Finger System verwenden brauchen dabei eine gewisse Einarbeitunszeit um auch hier schnell tippen zu können. Für einfach Eingaben und vor allem für die Eingabe von Internetadressen ist die Tastatur ausreichend, wer viel mit damit arbeitet hat mit den kleinen Tasten bald kaum mehr Probleme. Zudem kann man sich darüber eh kaum beschweren, denn in dem kleinen Gehäuse ist einfach kein Platz für eine größere Tastatur. Gleiches gilt für das fehlende optische Laufwerk.
Um mit dem Internet oder einem anderen PC Kontakt aufzunehmen verfügt der Eee-PC über einen proprietären RJ45 Lan Port der 10/100 MBit unterstützt. Auch per WLAN, das mit bis zu 54 MBit funkt, lässt sich das Netbook mit dem World Wide Web verbinden.
Für Video-Messaging im Rahmen über dem Display eine Webcam integriert, die mit maximal 0.3 MegaPixel auflöst. Außerdem ist es möglich einen externen Monitor über die VGA-Schnittstelle anzuschließen und diesen auch mit einer höheren Auflösung zu betreiben, als der Eee-PC auf dem integrierten LCD darstellen kann.
Ein PC- oder Express-Card-Slot fehlt dem Eee-PC und so ist es nicht möglich unterwegs über GPRS oder UMTS/HSDPA ins Internet zu gehen.
Der Akku fasst [Update Mai 2008] 4400 mAh (33 Wh) und stellt bis zu 2.5 Stunden Strom zur Verfügung. Mit dem ursprünglichen 5200 mAh (39 Wh) Akku erreicht der Eee-PC im Betrieb ca. 3h. Als Asus die große Nachfrage aufgrund von Lieferschwierigkeiten dieses Akkus nicht bedienen konnte wurde das kleinere Modell verwendet. Alle Anwender die vor Mai 2008 gekauft haben, haben noch das Glück die größere Variante bekommen zu haben. Um den Akku komplett aufzuladen dauert es meist bis zu 4 Stunden. Wird das Gerät währenddessen verwendet, steigt die Ladezeit nochmal deutlich an.
Mit den Maßen von 225 x 165 x 21 mm wird die Mobilität untermauert, 920g Gewicht sind dabei auch noch leicht zu transportieren.
Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Eee-PC auch das Netzteil, eine Tasche aus Neopren, ein Handbuch und eine Treiber-CD für Windows XP.
Software
Startet man den 701er zum ersten Mal, so kommt das vorinstallierte Xandros-Linux zum Vorschein.
Es handelt sich dabei um eine vereinfachte Anzeige ("EasyMode"), in der alle Programme in verschiedenen Reitern nach Themen geordnet abgelegt sind. Für Standard-Anwender ist dabei schon beinahe alles Wichtige dabei, was man für Standardaufgaben braucht. Neben Firefox zum Surfen, ist außerdem OpenOffice installiert, das Microsofts Office-Lösung in nichts nachsteht und alle wichtigen Programme für die Büroarbeit bereitstellt.
Die Wiedergabe von Audio- und Videodateien ist im Auslieferungszustand auch kein Problem.
Dadurch, dass Linux nur wenig Ressourcen verbraucht stört hier die Hardwareausstattung (vor allem der klein dimensionierte Arbeitsspeicher) nicht.
Windows XP läuft auf dem Eee-PC ebenfalls ordentlich, jedoch sollte man hier ein Upgrade des Rams in Erwägung ziehen. Eine detailierte Anleitung zum Tausch des Arbeitsspeichers finden Sie in unserer Tutorial-Sektion: Asus Eee-PC 701 4G Arbeitsspeicher austauschen.
Schon mit 1 GB lässt sich dann mit Microsofts Betriebssystem flüssig arbeiten. Für die Installation sind jedoch einige Schritte erforderlich, denn durch das fehlende optische Laufwerk müssen sie entweder ein Externes über USB anschließen oder die Installation von einem USB-Stick starten (Das Problem besteht natürlich auch bei Linux-Betriebssystemen, die von einem Datenträger installiert werden müssen).
Jeweils zeigt sich ein ähnliches Manko: Systemdialoge die in der Höhe mit der Auflösung nicht komplett dargestellt werden können. Dies lässt sich mit einem kleinen Kniff sowohl mit Xandros als auch XP umgehen:
- Xandros Linux: ALT + linke Maustaste/linke Taste unter dem Touchpad; Es erscheinen zwei gekreuzte Doppelpfeile und das Fenster kann nun verschoben werden (nicht im maximierten Modus)
- Windows XP: ALT + Leertaste -> Verschieben auswählen; Es erschein ebenfalls ein gekreuzter Doppelpfeil und das Fenster kann mit den Pfeiltasten verschoben werden.
Was unter Xandros nur mit Umwegen zu realisieren ist sind Spiele. Unter XP ist es durchaus möglich einige ältere Titel auf dem Eee-PC zu spielen (Hier zu sehen: Command & Conquer Tiberian Sun).
Teils ist dazu auch eine Übertaktung der CPU notwendig (die ja sowieso nur untertaktet läuft). Dies ist meist ohne größeres Risiko möglich, auch mit vollem Takt von 900 MHz hällt sich die Temperatur in annehmbaren Grenzen: Wie Sie dazu genau vorgehen müssen, erfahren Sie in unserem Tutorial Asus Eee-PC 701 übertakten.
Fazit
Ein Netbook ist sicherlich kein Ersatz für einen Desktop-PC oder ein ausgewachsenes Laptop, für seine Bestimmung - dem mobilen Zugang zum Internet - eignet es sich jedoch einwandfrei. [Update August 2008] Vorteil des Eee-PC 701: Er ist mittlerweile in Deutschland bei einigen Händlern für knapp 200€ verfügbar.
Einen Kauf sollte man sich trotz des Preises gut überlegen. Für den ehemaligen Einführungspreis des 701 gibt es schon Netbooks mit 8.9" LCD und Intel Atom Prozessor (zum Beispiel Asus Eee-PC 900A oder Acer Aspire One A110L). Wer mit der relativ kurzen Akkulaufzeit und dem kleinen Display auskommt, der kann zuschlagen.
Wer das kleine Notebook zweckentfremdet und es mit Maus, Tastatur und einem externen Monitor betreibt, der bekommt einen billigen und Strom sparenden PC, der für Büroarbeit und das Internet ausreichende Leistung bietet. Im stationären Betrieb empfiehlt sich dann auch die Verwendung einer externen USB-Festplatte, denn der integrierte Speicher stößt schnell an seine Grenzen.