Erstellt am: 27.03.2008
Letzte Aktualisierung: 27.03.2008
Autor: Christian Müller
Kategorie: Preview
Inhalt dieses Artikels:
Intel Atom
Allgemeines:
Wenn es momentan einen Hype in der IT-Branche gibt, dann sind es vor allem Ultra Mobile Geräte wie UMPCs (Ultra Mobile PCs) oder MIDs (Mobile Internet Devices). Deren Durchbruch stand bisher unter keinem guten Stern. Entweder waren sie viel zu teuer oder haben einfach zu kurz ohne Steckdose ausgehalten, das absolute No-Go im mobilen Einsatz.
Diesen beiden Problemen ist Intel nun ganz nahe gerückt, aber nicht um etwas mehr Leistung aus Mobilprozessoren herauszukitzeln, nein, mit dem Atom-Prozessor hat Intel ein schlagkräftiges Produkt vorgestellt, das die oben genannten Mängel schon bald der Vergangenheit angehören lassen soll. Denn die Atom-CPUs zeichnen sich sowohl durch ihre extrem geringe Energieaufnahme und ihre sehr geringen Kosten. Wem der Name "Atom" nichts sagt: vormals war das Produkt unter dem Namen "Silverthorne" bekannt. Und es handelt sich hier nicht etwas um eine frühe Testphase - erste serienahe Geräte wurden auf der diesjährigen CeBIT bereits vorgestellt, die Entwicklung lief flott: Zum ersten Mal wurde Atom Anfang Februar 2008 auf der ISSCC (International Solid-State Circuits Conference) vorgestellt.
Ein Screenshot des Programmes CPU-Z lieferte daraufhin die genauen Spezifikationen der CPU. So enthält der Chip 24 KByte L1-Cache für Daten und 32 KByte für Befehle, der L2-Cache bietet 512 KByte Platz. Die wichtigen Befehlssatzerweiterungen wie MMX, SSE, SSE2, SSE3, SSSE3 beherrscht Atom auch. Außerdem ist er 64-Bit fähig und verfügt über die Hyper-Threading Technologie (HTT), die zum letzen Mal in Intels Netburst-Architektur verwendet wurde. Dabei handelt es sich um die virtuelle Simulation mehrerer Rechenkerne um die Leistung bei parallelen Arbeiten zu erhöhen. Platz findet der Prozessor im neuen Sockel 441, wo er über einen Frontsidebus (FSB) von 533 Mhz angebunden ist. Gefertigt wird er im 45nm Verfahren, die Die-Größe beträgt 25 mm² wobei er über 47 Millionen Transistoren verfügt. So soll er nur ca. 0,6 - 2,5 Watt brauchen und auf Taktraten von 800 Mhz bis 1,8 Ghz kommen.
Laut dem oben genannten Screenshot benötigt der Atom nur ca. 0,88 Volt Betriebsspannung. Passend zum Chip bietet Intel auch eine eigene Plattform an, die sich "Centrino Atom" nennt. Erste Geräte mit dem neuen Prozessor sollen voraussichtlich Mitte 2008 in den Handel kommen. Dann soll er sich durch die schon erwähnten niedrigen Preise auszeichnen, es ist vermehrt von ca. 50$ (~35€) die Rede.
Performance:
Computerbase hat es auf der CeBIT geschafft auf einem MID mit Atom-CPU das Benchmark-Tool SuperPI laufen zu lassen.
Hierbei wurde der 1M-Test durchgeführt (wegen mangelnder Hyper-Threading-Funktion der Anwendung, konnte der Prozessor seine volle Stärke nicht ausspielen). Es kam zum Vorschein, das der Atom zwar sparsam und günstig ist, aber man dies durch eine veringerte Leistung bezahlen muss.
Die auf 1,6 Ghz getaktete CPU beendete den Test nach 108 Sekunden, ein Core 2 Extreme QX9770 (4 x 3 Ghz) benötigt hier nur ca. 15 Sekunden, ein Core 2 Duo E6420 (2 x 2,13 Ghz) ist mit 24 Sekunden immerhin auch um einiges schneller.
Zwar bricht der Atom keine Performance-Rekorde, jedoch ist das bei ultra-mobilen Geräten auch gar nicht erforderlich.