Erstellt am: 06.04.2009

Letzte Aktualisierung: 06.04.2009

Autor: Christian Müller

Kategorie: Preview

Inhalt dieses Artikels:

Game-Info: Risen

Genre: Rollenspiel

Entwickler: Piranha Bytes

Publisher: Deep Silver

Plattform: Windows

Release: 2009

Risen - Neue Infos mit Screenshots und ersten Spielszenen

Einleitung

risen logo

Nachdem im Dezember letzten Jahres die ersten Screenshots auftauchten, hagelte es in letzter Zeit eine Reihe von neuen Bildern. Auf der Rollenspiel-Messe RPC, die vom 3. bis 5. April in Köln stattfand zeigte Publisher Deep Silver außerdem ausführliches Videomaterial und die Besucher hatten die Möglichkeit Risen sogar selbst anzuspielen. Nach dieser Informationsflut stellen wir Risen in dieser zweiten Vorschau noch einmal vor, den ersten Artikel aus dem August 2008 finden Sie hier.

Klatschnass und benebelt wachen wir am Strand auf. Wer ist der Held, was macht er hier? Diese Fragen bleiben dem Spieler wie in vielen Rollenspielen und in der Gothic-Serie unbeantwortet. Back to the roots - das heißt für Piranha Bytes, dass auch ihr neues Werk Risen diesen Weg der Spielmechanik einschlägt. Denn nicht die Story bestimmt den Held sondern wir selber. Parallelen zu Gothic 1? Ja, und das ist volle Absicht.

Allgemeines

Die Besinnung auf alte Tugenden beginnt also gleich zu Spielbeginn. Wieder einmal wird der Spieler in eine fremde Welt ohne Anhaltspunkte geworfen und muss sich von dort an alleine durchschlagen um zu überleben. Doch das macht gar nichts. Risen wird zwar eine dichtere Story liefern als das diesbezüglich recht maue Gothic 3, doch im Prinzip kann der Spieler die Erkundung der Spielwelt gleich von Anfang an selbst in die Hand nehmen. Doch seien wir mal ehrlich - wer testet nicht beim ersten Durchspielen zuerst die Hauptstory des Spiels? Wir rekapitulieren: Unser namenloser Held (ja, auch bei Risen werden wir seinen Namen nicht erfahren) strandet nach einem Unwetter an einer Insel.

Das beschränkte Gebiet ist ala Minenkolonie in Gothic 1 also schonmal gegeben. Dort geschieht allerhand Seltsames. Die Erde bebt, der örtliche Vulkan wird aktiv und überall schießen Tempel aus dem Boden, die den Zugang zu riesigen Dungeons frei geben, es aber auch vielen Kreaturen ermöglichen die Oberwelt zu überrennen. Aus diesem Grund wird die Inquisition, eine Vereinigung aus mächtigen Hütern, auf das Eiland geschickt um die Vorfälle aufzuklären, die jedoch auch noch andere Ziele verfolgt und so unter anderem nach Artefakten sucht. Das Ende vom Lied: Der Inquisitor verbietet den Aufenthalt außerhalb der sicheren Hafenstadt und zwangsrekrutiert jeden der frei herumläuft um in seinen Diensten zu kämpfen oder an Ausgrabungen zu arbeiten.


Als Held lässt man sich natürlich nicht gerne sagen was einem verboten ist und so kommt es, dass sie selber entscheiden können welchen Weg sie einschlagen. So ist es natürlich auch möglich der Inquisition zu entgehen um sich zum Beispiel den Banditen - einer weiteren Fraktion in Risen - anzuschließen. Egal wie sie sich anfänglich entscheiden, der Spieler wird schließlich wohl wieder zum Weltenretter avancieren.

Gemächlich geht es nach Spielbeginn los. Am Strand wacht der Held auf und trifft - nachdem er bereits in den Trümmern eine erste Waffe finden kann - eine weitere Überlebende, Sara, die nach ein wenig Smalltalk auch nützliche Informationen Preis gibt. Anstatt der stumpfen Texteinblendungen wie in Gothic 3 bildet sie nämlich das Tutorial von Risen und erklärt dem Spieler zunächst grundlegende Dinge, allen voran das Kampfsystem.

Kampfsystem

Gothic 3, Kampfsystem - war da nicht was? Nach den stumpfen Klickorgien des Quasivorgängers wird man es in Risen wieder deutlich schwerer haben Kämpfe zu gewinnen. Neben einem normalen Schlag ist es außerdem möglich seitlich zuzuschlagen bzw. einen Hieb mit besonders viel Schwung auszuführen. Mit der rechten Maustaste pariert und blockt man wie gehabt Schläge des Gegners. Mit der Zeit wird es auch möglich sein verschiedene Kampfkombos einzusetzen sowie seinen Kampfstil zu verändern, der sich den gewählten Fertigkeiten anpasst. Bis jetzt ist das Kampfsystem jedoch noch nicht final, sodass es immer noch zu Änderungen kommen kann.

Selbstverständlich wird es auch wieder Fernkampfwaffen wie Bögen und Armbrüste geben, bei denen manuell gezielt werden muss. Das Magie ein wichtiger Bestandteil von Risen sein wird ist mitterlweile bekannt, gezeigt wurde von Publisher Deep Silver und Entwickler Piranha Bytes auf der RPC jedoch noch nichts.

Welt & Grafik

Nach ein paar Probleschlägen geht es dann aber auch schon weiter. Ab jetzt steht es dem Spieler (fast) völlig frei was er tun möchte. Nicht alle Orte des Spiels sind jedoch sofort erreichbar, was auch damit zusammenhängt das übermächtige Gegner den Helden an vielen Stellen zunächst aufhalten. Nach dem Dialog mit Sara macht sich der Namenlose also auf ins Abenteuer und schlägt sich ins Gebüsch. Grafisch erinnert Risen dabei sehr an Gothic 3, wurde jedoch an etlichen Stellen aufpoliert und zieht deshalb jetzt mit noch mehr Effekten und Features ins Feld. Back to the roots heißt es immer wieder, der Grafikstil orientiert sich jedoch eher nur geringfügig an Gothic 1.

Wo seinerzeit noch alles dreckig wirkte und in Erdfarben gehalten war sprüht Risen nur so vor Farbe und einem bis jetzt noch übertrieben eingesetzen HDR ("High Dynamic Range Rendering"). Während bekennende Gothic 1-Jünger, die eine ähnlich raue Atmosphäre erwarten damit ein Problem haben könnten trägt dies auf der anderen Seite dazu bei Risen für eine größere Zielgruppe interessant zu machen, was letztendlich auch finanziell ein wichtiger Aspekt ist. Dennoch sieht Risen für eine Alpha-Version schon recht gut aus und punktet mit realistischen Schatten, vielen Effekten und hohem Detailgrad der Welt. Atmosphärische Details wie Blätter, die vom Wind durch die Luft gewirbelt werden und realistisches Wasser tragen ihr Übriges dazu bei.

Apropos Atmosphäre: Nicht nur grafisch kann Risen hier punkten. Ganz in altbekannter Gothic-Manier zeigt die Welt wie belebt sie ist. Das wird vor allem durch die NPCs deutlich, die wiederum eigene Tagesabläufe haben und so verschieden Dingen nach gehen. Das dabei alle Charaktere komplett vertont sind versteht sich bei Piranha Bytes dabei schon fast von selbst.

Der namenlose Held hat darüber hinaus eine große Anzahl an Möglichkeiten mit seiner neuen Heimat zu interagieren. Neben Dialogen mit den unterschiedlichsten Inselbewohner, unter denen es diesmal deutlich mehr Vertreter des weiblichen Geschlechts geben soll, gibt es verschiedene Berufe die der Spieler erlernen kann. Darunter sind bekannte Fertigkeiten wie zum Beispiel das Schmieden oder die Kunst der Alchemie.

Lernpunkte, die man bei jedem Levenanstieg erhält lassen sich bei Trainern (wie gewohnt oftmals durch einen kleinen Obulus) gegen verschiedene Fähigkeiten eintauschen. Die eigenen Talente im Charaktermenü zu erhöhen wird auch bei Risen nämlich nicht möglich sein. Auch in diesem Punkt bleibt sich Piranha Bytes also treu und setzt auf Bewährtes aus Gothic.

Um die Handlung voran zu bringen ist es zusätzlich wieder zwingend notwendig sich einer der Gilden anzuschließen (Inquisition, Banditen oder Magier), das freie System in Gothic 3 ist also wieder passé. Je nach Vorliebe bieten die Fraktionen dabei unterschiedliche Kampfausrichtungen und Talente, die der Spieler nur von Trainern der jeweiligen Gruppierung erlernen kann. Spezifische Quest erhöhen zudem den Wiederspielwert, da das Risen-Erlebnis bei jeder Gilde anders verlaufen soll. Wie in Gothic 2 verändert sich je nach Zugehörigkeit des Spielers jedoch nicht die Grundhandlung - die absolviert jeder nahezu identisch. Eine Ausnahme gibt es dabei: Die Inquisition zwingen jeden, der sich außerhalb der Hafenstadt aufhält und aufgegriffen wird für sie zu arbeiten. Als Spieler wird man dann gezwungen sein sich den Ordenskriegern anzuschließen. Völlig untypisch wird es dabei dann kein Zurück mehr geben, höchstens das Laden einen Spielstandes kann den Helden dann noch aus der Zwickmühle befreien. Trotz eventuellem Frust: Eine Welt, die auch aktiv mit dem Spieler interagiert - das schafft nochmal einen dicken Atmosphäre-Bonus.

Egal wohin es den Namenlosen verschlägt, der Spieler soll zu jeder Zeit wissen, was er als nächstes zu tun hat. "Finde Xardas!" wird wohl kein Auftrag mehr lauten, auch wenn Risen in vielen Punkten so an die Gothic-Serie erinnert, dass es kaum überraschen würde plötzlich den Namen des Magiers zu lesen. Zur Orientierung wird es außerdem eine Karte geben, sowie ein Questlogbuch, das wie in den ersten beiden Gothic-Teilen tagebuchartige Einträge zu den Aufgaben enthält.

Fazit: "Risen = Gothic?"

"Es waren aufregende Wochen für alle Piranha Bytes Fans. Nicht zuletzt durch die Videopräsentationen auf der RPC in Köln wurde eine Menge an neuen Eindrücken vermittelt. Sich jetzt schon ein Gesamtbild von Risen zu machen ist wohl nicht möglich. Zu kurz und begrenzt war dafür die gezeigte Demoversion des Spiels.

Vieles spricht jedoch dafür, dass Risen das Zeug dazu hat die würdige Nachfolge der Gothic-Reihe anzutreten: stimmige Welt, dichte Story und nicht zuletzt die vielen Kleinigkeiten die Gothic ausgezeichnet haben. Viel trägt bereits jetzt deutlich den Stempel der Essener Jungs von Piranha Bytes. Doch wie viel Eigenständiges steckt in Risen?

Das kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden und bevor nicht größere Teile spielbar sind, wird auch nicht klar inwiefern vor allem die Story ihren Teil zur Motivation des Spielers beitragen wird. Risen anhand der momentanen Erkenntnisse in den Himmel zu loben wäre deshalb genauso verkehrt wie es jetzt für seine Ähnlichkeit zu Gothic abzustrafen. Ob aus der Vulkaninsel ein heißes Plaster für Rollenspieler wird, wird sich deshalb erst noch zeigen müssen. Einen guten Eindruck und vor allem Lust auf mehr macht Risen aber zumindest jetzt schon - die Chancen könnten schlechter stehen."

Videos

Der Trailer

Hier zeigen wir Ihnen noch einmal den offiziellen Risen-Trailer. Sämtliches Ingame-Material, das auf der RPC gezeigt wurde ist bislang nicht verfügbar.


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