Erstellt am: 02.03.2008
Letzte Aktualisierung: 22.08.2008
Autor: Christian Müller
Kategorie: Test
Inhalt dieses Artikels:
Game-Info: Gothic 3
Genre: Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Publisher: JoWood
Aktuelle Version: 1.6 (Januar '08)
Plattform: Windows
Gothic 3 (Anlässlich Community Patch 1.6)
Einleitung
Seit Herbst 2006 ist Gothic 3 mittlerweile erhältlich, seit dem 07.02.2008 der Community Patch 1.6 (im Folgenden mit CP abgekürzt), der die Inhalte der vorigen Community-Patches einschließt und auch Verbesserungen enthält, die das Entwicklerstudio Spellbound erstellt hat.
Spellbound? Wurde die Gothic-Serie nicht bis jetzt von Piranha Bytes entwickelt?
Richtig. Doch nach Streit mit Publisher Jowood gehen beide nun getrennte Wege - und Jowood hat sich für Spellbound entschieden, das die Serie nun fortsetzen soll. Gothic 4 ist nämlich schon in Entwicklung.
Soviel zum Hintergrund. Der andere Anlass für diesen Artikel ist, das er eine Neuauflage des G3-Artikels, der damals auf CHM-Online verfügbar war. (Damals noch unter dem Namen Lukes-Homepage)
Im Folgenden soll nun noch einmal das Spiel vorgestellt werden, mit besonderem Augenmerk auf die Patches und wie der Status von Gothic 3 im Moment ist.
Das Spiel
Auch mit CP 1.6 startet Gothic 3 natürlich wie ungepatcht. Unser namenloser Held kommt mit seinen Freunden aus Teil 1 und 2 auf dem Festland Myrthana, nahe dem Dorg Ardea, an. Doch was sich schon in den Vorgängern angedeutet hat ist schließlich eingetreten:
Die Orks haben die Menschen besiegt und herrschen nun über das Land. Ohne großes Vorgeplänkel geht es auch schon los. Sie starten mitten in einem Gefecht, den Ardea wird gerade von den Besatzern überfallen. Unser Held muss da natürlich eingreifen. Die schon erwähnten Begleiter (Diego, Milten und Gorn) stürzen sich auch gleich auf die Gegner und so ist die erste Aufgabe nicht alzu schwer zu meistern.
Nach dem Kampf geht es mit der Hauptstory des Spiels los - diese ist zugegeben eher schlecht als recht:
"Finde Xardas!". Das war's. Der bekannte Magier treibt wieder sein Unweßen. Mehr bekommt man nicht zu hören. Am Anfang merkt man noch nichts von der schwachen Story, doch sobald man einige Dörfer besucht hat, fragt man sich des öfteren was man als nächstes tun soll. Der rote Faden ist hier eigentlich nicht vorhanden.
Die Nebenquest jedoch sind meist gut gelungen. Mal sollen wir Gegenstände besorgen, mal ein Rudel Wölfe töten oder einen entlaufenen Sklaven einfangen und zu seinem Herrn zurückbringen. Das ist jedoch nicht zwingend notwendig.
Denn Gothic 3 lässt Ihnen die Wahl, wie sie Aufträge lösen. Je nach der Art bekommt man Ansehen bei einer anderen Fraktion. Bringen wir den Sklaven etwa zurück, steigt unser Ansehen bei den Assasinen. Wer dabei Gewissenbisse bekommt, kann ihn auch freilassen und ihm so das Leben retten. Das schafft Athmosphäre und lässt die Welt glaubwürdig wirken.
Diese Glaubwürdigkeit wird durch die rießige freie Spielwelt verstärkt. Jeden Punkt den man sehen kann, kann man auch erreichen. Alles ist extrem abwechslungsreich. Das Mitteland besteht aus idylischen Wäldner und Seen, das Graß weht im Wind. Nordmar, die Region im Norden, ist hingegen ganz von Eis bedeckt. Dem entsprechend trist ist die Landschaft. Varant ist die große Wüste im Süden. Hier hausen die Assasinen und passend dazu auch Nomaden.
Die Welt ist jedoch im Gegensatz zu Oblivion nicht per Zufall generiert. Jeder Baum und jeder Stein ist per Hand platziert worden und davon profitiert die Glaubwürdigkeit nochmal ein ganzes Stück.
Doch das war noch nicht alles. Es gibt keine lineare Story - mal von der Suche nach Xardas abgesehen.
Sie können die Welt ganz alleine erforschen und sich entscheiden, welcher Fraktion sie beitreten. Das Spiel gibt hier keine Begrenzung vor.
Natürlich wird in Gothic 3 gekämpft das die Fetzen fliegen. Taktischen Tiefgang kann man hier allerdings nicht erwarten. Mit der linken Maustaste führen Sie einen Standardschlag aus. Je länger Sie vorher die Taste gedrückt gehalten haben, wird der Schlag stärker, aber auch langsamer. Mit der rechten Maustaste ist es möglich einen kurzen, schwachen Stich zu machen.
Im Fernkampf hat sich einiges im Vergleich zu den Vorgänger getan. Der Held visiert nicht mehr selbst an, sondern man muss mit einer Art Fadenkreuz wie in einem Ego-Shooter schießen.
Dabei muss auch die kurvenförmige Flugbahn der Pfeile beachtet werden. Bei Armbrüsten funktioniert das genauso. Wie in jedem ordentlichen Fantasy-Spiel ist auch in G3 die Magie von hoher Bedeutung. Eine große Anzahl an Zaubern steht zur Verfügung. Angefangen mit dem Standard-Feuerball bis hin zum gewaltigen Feuerregen.
Solche Effekte haben ihren Preis: Die Performance geht je nach Rechner deutlich in die Knie. Das passiert auch ohne besondere Ereignisse oft, hat sich mit dem erschienenen Patches aber schon etwas verbessert. Auch gelegentliche Abstürze waren früher an der Tagesordnung - mit CP 1.6 sind diese jedoch auch auf ein Minimum reduziert worden. Die Fehler ziehen sich durch das ganze Spiel. Oft sind Quest unlogisch oder einfach nicht zu lösen. Die Patches haben hier schon dutzende Probleme und unlogische Stellen weitesgehend entfernt.
Große Probleme gab - und gibt es immer noch mit dem Kampfsystem. Kämpft man zum Beispiel gegen mehrere Gegner, wehrt sich immer nur der, auf den man es gerade abgesehen hat - nicht sehr realistisch! Außerdem sind viele Kämpfe zu leicht, vor allem gegen menschliche Gegner. Diese verfangen sich in den Schlägen des namenlosen Helden und wenn Sie ihnen keine Chance zum Gegenschlage geben, besiegen Sie sie ohne auch nur einen Treffer zu kassieren.
Im Gegensatz dazu ist es oft kompliziert und mühsam Tiere zu besiegen. Diese gehen zwar auch nicht schlau vor - jedoch weichen sie immer wieder zurück - eine endlos scheinende Klickorgie beginnt. Hat ein Tier mal die Möglichkeit zurück zu schlagen, passiert fast das selbe wie mit den Menschen, nur umgekehrt: Man verfängt sich selbst in den Attacken und liegt so ohne Chance auf dem Boden. Da hilft nur einen Spielstand zu laden. Die Ladezeiten sind ein weiteres Kriterium. Je nach PC dauert ein Ladevorgang relativ lang - bis zu zwei Minuten sind keine Seltenheit. Man kann sich den Frust vorstellen, wenn man mal wieder chancelos zu Boden geschickt wurde und sich dann den Ladebalken anschauen darf.
Weiter gehts mit dem Interface: Neu in Gothic 3 ist die Leiste am unteren Bildschirmrand, die sehr an Online-Rollenspiele erinnert. Dort kann man oft verwendete Waffen, Zauber oder Tränke ablegen. Links daneben befindet sich ein Kompass und rechts die Anzeigen für die Lebensenergie, die Audauer und die magische Energie (Mana). Hat man eine Gegner oder eine andere Person anvisiert, erscheint deren lebensenergie am oberen Bildschirmrand.
Plündern und Handeln sind natürlich auch wieder möglich. Hat man ein Tier oder einen Gegner besieht genügt ein Klick mit der linken Maustaste und man kann die gefundenen Gegenstände einsammeln. Ein "Nimm alles"-Button erleichtert die Arbeit. Auch beim Handel ist eine neue Komfort-Funktion hinzugekommen.
Bezahlt man einen Gegenstand mit eigenen Gegenständen und der Wert reicht zum Tausch nicht aus, klickt man einfach auf den "Goldausgleich"-Button und das Spiel fügt die jeweilige Menge an Gold hinzu - eine gute Idee.
Gothic 3 ist wie seine Vorgänger sehr umfangreich. Wenn man die ganze Welt erkundet und die Quests erfüllt kann man schon auf 100 Spielstunden kommen. Betonung auf kann. Ich habe es nicht so lange ausgehalten. Zu nervig sind das Kampfsystem und die vielen kleinen Fehler im Detail. Die sehr gute und detailreiche Grafik kann darüber nur anfangs hinwegtäuschen. Manchmal ertappt man sich dabei wie man sich längere Zeit einfach mal nur die Gegend anschaut. Es sieht alles einfach fast wie echt aus und die Liebe, mit der alles platziert wurde ist wirklich zu spüren.
Die kleinen Fehler sind nun schon von den Patches behoben - das Kampfsystem noch wie zu Beginn. Sollte sich dahingehend irgendetwas tun, werde ich wieder in die Welt von Gothic 3 eintauchen und die unglaubliche Athmosphäre einer lebendigen Welt genießen.
Changelog
Das offizielle Changelog der Patches: CP-Changelog







