Erstellt am: 09.01.2008
Letzte Aktualisierung: 09.01.2008
Autor: Christian Müller
Kategorie: Bericht
Inhalt dieses Artikels:
Game-Info: Die Siedler 2
Genre: Wirtschaftssimulation
Entwickler: Blue Byte Software
Publisher: Blue Byte Software
Plattform: PC/ Mac-OS
Release: 17. April 1996
Game Classics Teil 2 - Die Siedler 2
Einleitung
Veni, Vidi, Vici - Nicht nur Julius Caesar prägte diesen Ausspruch. Vielen Spielern ist er nämlich auch als Untertitel von Blue Byte's Spiel "Die Siedler 2" bekannt, welches wir im zweiten Teil unserer Game Classics Serie vorstellen. Im Gegensatz zu Dune 2 ist es für das Spiel jedoch nicht notwendig den DOS-Emulator Dosbox zu verwenden, Die Siedler 2 läuft auch unter Windows XP und Vista nativ ohne weitere Einstellungen.
Und so weit ist der Vergleich mit dem römischen Herrscher gar nicht hergeholt, denn in Siedler 2 befehligen Sie - zumindest in der Kampagne - eine Gruppe Römer unter Kapitän Octavius, die mit dem Schiff irgendwo in unbekannten Landen gestrandet sind. Mit wenig Hab und Gut werden diese dann an die erste von insgesamt 10 Inseln gespült. Dort gilt es durch die Expansion des eigene Gebietes Tore zu erreichen, die den Weg in die nächste Spielwelt freigeben. Stargate lässt grüßen. Obwohl Die Siedler 2 großen Wert auf Warenkreisläufe und den Aufbau einer florierenden Wirtschaft legt habe Sie es mitunter nicht immer leicht die Portale zu erreichen, denn den tapferen Römern stellen sich je nach Level einer bis mehrere Gegner in den Weg, die es zunächst auszuschalten gilt.
Gameplay
Zunächst zur Kampagne. Wie schon eingangs erwähnt stranden Sie auf einem einsamen Eiland irgendwo im Meer. Dort starten Sie ohne weitere Gebäude mit einem Hauptquartier und einer begrenzten Anzahln an Rohstoffen. Wenn Sie das Tor erreicht haben, geht das ganze in der nächsten Welt genauso los: ein Hauptquartier - sonst nichts. Dannach geht es an die Expansion, Gebäude können jedoch nicht beliebig gesetzt werden, es ist notwendig Baupunkte zu verwenden, die sich mit der Leertaste einblenden lassen.
Zu aller erst fallen die unterschiedlichen Icons auf, die jetzt erscheinen, es gibt Kleine, Mittlere und Große. Die kleinen Icons stehen für alle Gebäude, die Ressourcen beschaffen (Vergleichbar mit dem primären Sektor in der Realwirtschaft). Dazu zählen zum Beispiel der Holzfäller, Steinmetz oder Fischerei, um nur einige Beispiele zu nennen.
Die mittelgroßen Gebäude beinhalten weiterverarbeitende Betriebe (Sägewerk) und Rüstungsindustrie (Schmiede, Münzprägerei). Viel Platz brauchen die auch entsprechend voluminöseren Gebäude wie der Bauernhof oder die Schweinezucht. In allen drei Kategorien gibt es dazu auch verschiedene Militärgebäude, die, sobald ein Soldat das Gebäude besetzt, das Territorium in unterschiedlicher Größe erweitern, beispielsweiße die Baracke (klein, der Wachturm (mittel) und die Festung (groß).
Sämtliche Bauten müssen dabei mit Wegen verbunden werden, die an die Fahnen angeschlossen werden. Auch auf einer Straße ist es - je nach Platz - möglich mehrere Fahnen zu setzen. Je mehr desto besser, denn zwischen zweien postiert sich jeweils ein Siedler, der Waren transportiert. Auch Soldaten nutzen diese Wege (außer bei Kampfhandlungen), die auch etwas Taktik mit ins Spiel bringen.
So sollten Sie immer versuchen alle Wege möglichst kurz zu halten um einen schnellen Weitertransport der Waren zu ermöglichen. Vor allem ohne zusätzliche Lagerhäuse, die Rohstoffe aufnehmen, dauert es mitunter sehr lange bis Güter in einer großen Siedlung bis ganz an die äußere Grenze des Territorium gebracht werden können. Wer zudem ein Gebäude (z.B. Sägewerk), das die Ware eines anderen (z.B. Holffäller) benötigt weit weg von diesem errichten braucht auch entsprechend mehr Zeit bis das Endprodukt (hier: Bretter) fertig ist. Engpässe sind dann vorprogrammiert.
Da sich auch immer feindliche Völker mit von der Partie befinden kommt es früher oder später auch zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Ihre Soldaten können sie dabei jedoch nicht direkt steuern sondern können nur den Befehl zum Angriff geben. Je nachdem wie viele Soldaten in einer bestimmten Entfernung zum anzugreifenden Gebäude in den Militärgebäuden sind, können Sie mehr oder weniger von ihnen an die Front schicken. Insgesamt gibt es je 6 Ränge, angefangen von einem Rekruten bis hin zum General. Die Einheiten können stufenweise verbessert werden, was durch Goldmünzen durchgeführt werden muss, die Sie in der Münzprägerei herstellen. Je höher die Stufe des Soldaten, desto mehr Treffer kann er wegstecken. Eingenommene Gebäude des Gegners werden dann dem eigenen Land zugeschlagen, beim Verlust eigener Bauten verlieren Sie dessen Einflussbereich an Land.
Neben der Kampagne steht auch noch ein freier Spielmodus zur Verfügung, in dem man auch auf Seite der Afrikaner, Wikinger oder Asiaten spielen Kann. Art und Anzahl der Gegner, sowie die Karte lassen sich genauso einstellen wie Siegoptionen und Startrohstoffe.
Das Spielprinzip gleicht hier völlig der Kampagne, jedoch müssen Sie hier keine Tore erreichen um zu gewinnen sondern entweder eine bestimmte Menge des Landes eingenommen oder alle Gegner vollständig besiegt haben. Wer Octavianus und seine Männer also schon nach Hause geführt hat kann auch in diesem Modus noch einige Stunden Spaß haben. Da alle Völker unterschiedliche Gebäudestile verwenden (sich sonst jedoch nicht unterscheiden) hat man auch noch den Anreiz alle einmal zu testen.
Die Siedler 2 bietet zudem noch eine Multiplayerfunktion, bei der ein Spiel über das Netzwerk oder das Internet jedoch nicht möglich ist. Stattdessen müssen Sie mit einem Freund vor einem Rechner sitzen und zwei Mäuse anschließen. Das Spiel teilt die Ansicht dann in einen Splitscreen-Modus und jeder kann seine eigene Siedlung aufbauen.
Bedienung
Die Siedler 2 ist komplett auf die Eingabe per Maus ausgelegt und lässt sich so auch Präzise steuern. Dabei reicht auch meistens der Gebrauch der linken Maustaste aus. Die zahlreichen Gebäude- und Einstellungsmenüs lassen Freiraum um eigene Wirtschaftsoptionen zu setzen. Dies geschieht anhand von Schiebereglern und ist übersichtlich aufgebaut. Auch die Transport-Prioritäten der Siedler lassen sich steuern. Gehen Ihnen Bauauftrage zu langsam, so können Sie Bretter und Steine zuerst transportieren lassen um so die Baugeschwindigkeit zu erhöhen. Das ist prakktisch und sollte auch genutzt werden, da man so spielerische Vorteile erhällt und man so immer auf neue Situationen reagieren kann. Da die Transportwege der entscheidende Aspekt an Die Siedler 2 sind, ist dies ein Menü, in dem Sie sich öfter aufhalten sollten.
Außerdem lassen sich die Soldaten indirekt über diverse Einstellungen steuern, nur hier können Sie beispielsweise festlegen, wieviele Soldaten wo in einem Gebäude Militärgebäude stationiert sind (nahe, mittlere oder ferne Distanz zum Hauptquartier.